Wer nach den Kosten einer professionellen Website sucht, will meist nur eine Zahl. Die ehrliche Antwort ist unbequemer: Eine Website ist kein Produkt mit festem Lieferumfang, sondern ein Projekt. Der Preis entsteht aus Umfang, Inhalten, Technik und aus der Frage, wie viel das Unternehmen selbst beisteuert. Dieser Artikel zeigt, aus welchen Positionen sich ein Angebot zusammensetzt, damit Sie zwei Angebote überhaupt vergleichen können.
Die vier Positionen, die den Preis bestimmen
1. Umfang
Der Aufwand wächst nicht linear mit der Seitenzahl, aber deutlich. Eine Website mit Startseite, drei Leistungsseiten, Über uns, Kontakt und Rechtstexten ist ein anderes Projekt als eine Website mit zwölf Leistungsseiten, Ratgeberbereich und Standortseiten. Entscheidend ist nicht die Zahl der Unterseiten, sondern wie viele davon eigene Inhalte und eine eigene Argumentation brauchen.
2. Inhalte
Texte, Bilder und Struktur sind in der Praxis der häufigste Kostentreiber und gleichzeitig der größte Hebel zum Sparen. Wer Rohtexte, Bildmaterial und eine grobe Gliederung selbst liefert, senkt den Aufwand spürbar. Wer Recherche, Redaktion und Fotografie einkauft, zahlt dafür – bekommt aber Inhalte, die auf Suchanfragen und Verkaufsargumente ausgerichtet sind.
3. Technik
Ein Kontaktformular, ein Cookie-Banner und ein pflegbares CMS sind Standard. Buchungssysteme, Kundenbereiche, Preisrechner, Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder CRM und Shop-Funktionen sind dagegen eigenständige Entwicklungsaufgaben und werden separat kalkuliert.
4. Individualität
Ein gekauftes Theme ist günstig und austauschbar. Ein eigenes Designsystem kostet mehr, trägt aber die Marke und lässt sich später erweitern, ohne alles neu zu bauen. Beides kann richtig sein – nur sollte im Angebot stehen, was davon gemeint ist.
Woraus sich ein Angebot typischerweise zusammensetzt
| Position | Was dahintersteckt | Einfluss auf den Preis |
|---|---|---|
| Konzept und Struktur | Ziele, Zielgruppen, Seitenarchitektur, Inhaltsgerüst | Mittel – zahlt sich später aus |
| Design | Designsystem, Seitenlayouts, mobile Varianten | Hoch bei individueller Gestaltung |
| Inhalte | Texte, Bildauswahl oder Fotoproduktion | Hoch, wenn extern erstellt |
| Umsetzung | Frontend, CMS-Anbindung, Formulare, Performance | Abhängig von Seitenzahl und Funktionen |
| SEO-Grundlagen | Metadaten, Struktur, interne Verlinkung, Indexierung | Gering im Verhältnis zum Nutzen |
| Launch | Tests, Weiterleitungen, Domain, Übergabe | Gering, aber fehleranfällig, wenn ausgelassen |
Marktübliche Größenordnungen – als Orientierung, nicht als Preisliste
Es gibt keine belastbare, allgemeingültige Statistik zu Website-Preisen in Deutschland. Was sich aus Angeboten am Markt als grobe Orientierung beobachten lässt: Kleine, aber sauber umgesetzte Unternehmenswebsites mit klarer Struktur und SEO-Grundlage liegen üblicherweise im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich. Umfangreichere Projekte mit vielen Leistungsseiten, Ratgeber und individuellem Design liegen darüber. Shops und individuelle Anwendungen werden gesondert kalkuliert. Behandeln Sie solche Spannen als Einordnung, nicht als Preisversprechen – konkrete Zahlen für Ihr Projekt finden Sie in unserer Preisübersicht.
Sehr günstige Angebote sind nicht automatisch schlecht. Sie arbeiten fast immer mit Vorlagen und stark reduziertem Konzeptanteil. Für einen einfachen Start kann das reichen. Teuer wird es, wenn Struktur, Ladezeit und Auffindbarkeit fehlen und später nachgerüstet werden müssen – das ist in der Regel aufwendiger, als es von Anfang an mitzudenken.
Laufende Kosten nach dem Launch
- Domain und Hosting: kleine, planbare Posten, abhängig von Anforderungen an Standort und Leistung.
- Wartung: Updates, Backups, Sicherheits- und Funktionsprüfungen.
- Inhaltspflege: neue Leistungen, aktuelle Bilder, überarbeitete Texte.
- Optional: laufende SEO-Betreuung, wenn Sichtbarkeit aktiv wachsen soll.
Diese Posten sind kein Nebenschauplatz. Eine Website ohne Pflege verliert innerhalb weniger Jahre an Aktualität, Sicherheit und Sichtbarkeit. Wie eine laufende Betreuung aussehen kann, beschreiben wir unter Website-Wartung.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
- Leistungen sind konkret beschrieben statt in Schlagworten zusammengefasst.
- Annahmen und Grenzen stehen im Angebot – etwa die Zahl der Seiten oder Korrekturschleifen.
- Die Mitwirkung des Auftraggebers ist benannt: Wer liefert Inhalte, wer gibt frei?
- Laufende Kosten sind getrennt ausgewiesen.
- Es gibt keine Ranking-Garantien. Wer Platz 1 bei Google verspricht, verkauft etwas, das er nicht liefern kann.
Wie Sie Ihr eigenes Budget einschätzen
Statt vom Preis auszugehen, hilft die Gegenrichtung: Was ist eine gewonnene Anfrage in Ihrem Geschäft wert, und wie viele zusätzliche Anfragen im Jahr würden die Investition tragen? Bei Dienstleistungen mit hohem Auftragswert genügen oft wenige. Diese Rechnung ersetzt keine Kalkulation, macht aber deutlich, ob ein Angebot in einem sinnvollen Verhältnis steht.
