Die meisten Website-Projekte verzögern sich nicht wegen der Technik, sondern wegen fehlender Entscheidungen und unklarer Erwartungen. Wer vorab klärt, wofür die Website steht, wer intern freigibt und was nach dem Launch passiert, verkürzt die Laufzeit und vermeidet die typischen Streitpunkte.
Was Sie vor dem ersten Gespräch klären sollten
- Ziel: Sollen Anfragen entstehen, Bewerbungen eingehen, Produkte verkauft oder Informationen bereitgestellt werden?
- Zielgruppe: Wer soll die Seite lesen, und welche Frage stellt diese Person zuerst?
- Leistungen: Welche Angebote brauchen eine eigene Seite, weil danach gesucht wird?
- Zuständigkeit: Wer entscheidet intern, wer liefert Inhalte, wer gibt frei?
- Material: Gibt es Logo, Bilder und Textbausteine, oder muss beides entstehen?
Diese fünf Punkte bestimmen Angebot, Zeitplan und Preis stärker als jede Designfrage. Wenn Sie sie schriftlich beantworten können, wird jedes Angebot präziser und vergleichbarer.
Anbieter vergleichen: Agentur, Freelancer oder Baukasten
| Option | Passt, wenn … | Typische Schwachstelle |
|---|---|---|
| Baukasten in Eigenregie | Budget klein, Anforderungen einfach, Zeit vorhanden | Struktur und Sichtbarkeit bleiben oft auf der Strecke |
| Freelancer | Klar umrissenes Projekt, direkte Zusammenarbeit gewünscht | Verfügbarkeit und Vertretung bei Ausfall |
| Agentur | Mehrere Gewerke nötig: Konzept, Design, Technik, SEO, Betreuung | Höherer Preis, Abstimmung über mehrere Personen |
Eine ausführliche Abwägung zwischen Eigenbau und Beauftragung finden Sie im Artikel zum Vergleich Baukasten und Agentur.
Die Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten
- Wem gehören Domain, Hosting-Zugang, Quellcode und Inhalte nach dem Projekt?
- Kann ich Inhalte selbst pflegen, oder ist jede Änderung kostenpflichtig?
- Was ist im Preis enthalten, was wird nach Aufwand abgerechnet?
- Wie viele Korrekturschleifen sind vorgesehen?
- Was passiert nach dem Launch – gibt es Wartung, und was kostet sie?
- Wie wird SEO berücksichtigt: nur technisch oder auch inhaltlich?
Eigentum an Website und Domain
Dieser Punkt wird am häufigsten übersehen. Die Domain sollte immer auf Ihr Unternehmen registriert sein, nicht auf den Dienstleister. Gleiches gilt für Hosting-Zugänge und Analytics-Konten. Sie sollten jederzeit den Anbieter wechseln können, ohne die Adresse oder die Inhalte zu verlieren. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen.
Der übliche Ablauf
Auf die Analyse folgt das Konzept mit Seitenarchitektur und Inhaltsgerüst. Danach entsteht das Design, anschließend die technische Umsetzung, zum Schluss Tests, Weiterleitungen und Launch. Jede Phase endet mit einer Freigabe. Das verhindert, dass spät im Projekt grundsätzliche Fragen erneut geöffnet werden. Wie lange die einzelnen Phasen dauern, beschreibt der Artikel zur Dauer einer Website-Erstellung.
Diese Fehler kosten am meisten
- Inhalte werden erst am Ende geschrieben – das verzögert fast jedes Projekt.
- Zu viele Entscheider ohne klare Zuständigkeit.
- Die alte URL-Struktur wird ohne Weiterleitungen ersetzt; vorhandene Sichtbarkeit geht verloren.
- Design wird bewertet, bevor Struktur und Inhalt stehen.
- Der Vertrag endet mit dem Launch, ohne dass Pflege und Zuständigkeit geregelt sind.
