Ein Relaunch wird oft aus dem Bauch heraus beschlossen: Die Website gefällt nicht mehr. Das ist ein legitimes Gefühl, aber ein schlechtes Entscheidungskriterium. Sinnvoller ist die Frage, ob die Website ihre Aufgabe erfüllt – und ob sich das mit einer Überarbeitung erreichen lässt oder nur mit einem Neubau.
Anzeichen, dass ein Relaunch sinnvoll ist
- Die Website ist auf Mobilgeräten schwer bedienbar oder bricht im Layout.
- Die Ladezeit ist spürbar langsam und lässt sich nicht mehr mit einzelnen Maßnahmen verbessern.
- Inhalte lassen sich nicht selbst pflegen oder das System bekommt keine Updates mehr.
- Die Struktur passt nicht mehr zum Angebot: neue Leistungen sind irgendwo untergebracht statt eigenständig sichtbar.
- Es gibt keine eigenen Seiten für die Leistungen, nach denen tatsächlich gesucht wird.
- Die Seite erzeugt Besuche, aber praktisch keine Anfragen.
Anzeichen, dass eine Überarbeitung reicht
- Die Technik ist aktuell und wartbar, nur Design und Texte wirken veraltet.
- Die Seitenstruktur passt, es fehlen einzelne Seiten.
- Die Website ist sichtbar und wird gefunden, konvertiert aber schlecht – dann sind Inhalte und Nutzerführung das Thema.
- Es gibt konkrete technische Einzelprobleme, die sich benennen lassen.
Eine Teiloptimierung ist fast immer günstiger und schneller als ein Neubau. Bevor Sie sich entscheiden, lohnt eine nüchterne Bestandsaufnahme – genau dafür gibt es unsere kostenlose Website-Analyse.
Relaunch und Sichtbarkeit: der kritische Punkt
Der häufigste teure Fehler beim Relaunch ist der Verlust vorhandener Sichtbarkeit. Wenn URLs sich ändern und keine Weiterleitungen eingerichtet werden, verlieren bestehende Seiten ihre Positionen. Google findet die alten Adressen, erhält einen Fehler und muss die Inhalte neu bewerten.
Was vor dem Relaunch gesichert werden muss
- Vollständige Liste aller bestehenden URLs.
- Welche Seiten aktuell Besucher aus der Suche erhalten – ablesbar in der Search Console.
- Eine Weiterleitungsliste: jede alte Adresse zeigt dauerhaft auf ihr inhaltliches Gegenstück.
- Bestehende Inhalte, die funktionieren, werden übernommen statt ersatzlos gestrichen.
- Nach dem Launch: Indexierung und Fehlerberichte in den ersten Wochen kontrollieren.
Was ein Relaunch kostet
Ein Relaunch ist kalkulatorisch ein Neubau mit Zusatzaufgaben: Bestandsanalyse, Inhaltsübernahme und Weiterleitungskonzept kommen hinzu. Dafür entfallen manchmal Arbeiten, wenn Logo, Bildmaterial oder Texte weiterverwendet werden können. Die Kostenlogik entspricht ansonsten der eines neuen Website-Projekts.
Der richtige Zeitpunkt
Sinnvoll ist ein Relaunch, wenn ohnehin eine inhaltliche Veränderung ansteht: neue Positionierung, neue Leistungen, neues Erscheinungsbild oder ein Systemwechsel, weil das bisherige CMS keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Ein Relaunch allein wegen des Designs zahlt sich selten aus – ein Relaunch, der Struktur, Inhalte und Technik zusammen angeht, dagegen schon.
